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DSL unsicher? Bei Billig-Angeboten häufig Router ohne Schutzfunktion
(om/7.6.2004-13:30) Oberberg - Etwa 125.000 der rund 5 illionen´DSL-Anschlüsse
in Deutschland sind mit einfachsten Mitteln - auch für Nicht-Hacker
- zu knacken, hat das ZDF-Magazin "Frontal 21" herausgefunden.
Frontal 21 führt als "Opfer" der Untersuchung ein
Berliner Reisebüro und eine Hamburger Computerfirma an, denen
jeweils interne Daten von deren Festplatten vorgelegt wurden. Die
Sendung hatte am 1. Juni darüber berichtet, dass es ohne technischen
Aufwand gelinge, über die Internet-Adresse eines Computers
mit ungeschütztem DSL-Anschluss auf die Festplatte zuzugreifen.
Der Reporter konfrontierte ahnungslose Anwender wie den Besitzer
eines Berliner Reisebüros und eine Hamburger Internetfirma
mit vertraulichen Dokumenten, die vorher von deren Festplatten geholt
worden waren.
Ohne Hacker-Tricks oder besonderen technischen aufwand hatte ein
Computerexperte für Frontal21 nach frei zugänglichen Daten
gesucht und die Internet-Adresse eines fremden Computers mit DSL-Anschluss
eingetippt. So gelangte er bei ungeschützten Computern auf
die Festplatte und konnte freigegebene Dateien und Ordner öffnen,
als wären sie auf seinem eigenen Computer. Für Frontal21
druckte er sie im Original aus - von Veränderungen oder Vernichtung
sah er natürlich ab, möglich wäre aber auch das gewesen.
In kurzer Zeit fand er Briefe an Finanzämter, Steuerrechnungen,
Liebesbriefe, elektronisch gespeicherte Unterschriften, Arbeitsverträge,
Darlehensverträge, geheime Postbank PIN-Nummern, Zeugnisse
und Firmenbuchhaltungen.
Rund 125.000 von den 5 Millionen DSL-Anschlüssen in Deutschland
lassen Zugriffe auf den angeschlossenen PC von außen völlig
ungehindert zu. Zu diesem Ergebnis kam ein Test, den die Professoren
Rainer Oechsle und Damian Weber von der Fachhochschule Trier im
Auftrag des ZDF-Magazins durchführten. Die Sicherheitslücke
sei allerdings beim DSL-Anschluss systembedingt. Betroffen seien
vor allem Rechner, die mit Modems ohne Schutzfunktionen mit dem
Internet verbunden sind. Zu diesen gehört laut "Frontal
21" beispielsweise das subventionierte DSL-Modem, das T-Online
seinen Kunden in einer DSL-Komplettlösung anbietet. Die Nutzer
würden beim Kauf des Modems nicht darauf hingewiesen, dass
besondere Schutzmaßnahmen wie die Installation einer Firewall
ergriffen werden müssen, um Zugriffe von außen zu verhindern.
Bei den "Billig-Angeboten" etwa von T-Online werden demnach
zu stark subventionierten Preisen Modeme und Router einfachster
Bauart mit dem DSL-Anschluss gebündelt. Diese Geräte beherrschten
nicht einmal NAT (Network Address Translation), angeschlossene Computer
würden also nicht hinter dem Modem oder Router "versteckt".
Die betroffenen Kunden wissen meist nichts von der Sicherheitslücke.
Bei solchen Modems ohne Schutzfunktionen sei zu empfehlen, dass
zusätzlich eine Firewall installiert wird. Auch wenn diese
Sicherheitslücken grundsätzlich bei allen Internetzugängen
bestünden, auch bei analogen Modems oder ISDN, so seien bei
DSL viele Rechner dauernd mit dem Internet verbunden und damit eher
möglichen Angriffen ausgesetzt.
Der größte deutsche Internetprovider verweigerte eine
Stellungnahme vor der "Frontal 21"-Kamera. Er fühle
sich nicht für das Sicherheitsrisiko verantwortlich und antwortete
schriftlich, dass der Kunde sich ausreichend auf der Homepage des
Unternehmens informieren könne. Veranlassung, bereits beim
Kauf über Sicherheitslücken zu informieren, sieht T-Online
demnach nicht.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hielt das ebenso für
unverantwortlich wie der Berliner Beauftragter für Datenschutz
und Informationsfreiheit Hansjürgen Garstka. Wenn Hersteller
oder Provider unsichere Erstausstattung verkauften, bei denen etwas
dazugekauft werden müsse, sei das so, wie wenn ein Autohersteller
ein Fahrzeug ohne Bremsen verkaufe.
Mit einer Firewall können ungewollte und unbemerkte Zugriffe
von außen unterbunden werden. In viele Router ist eine derartige
Lösung bereits eingebaut. Sogenannnte Desktop-Firewalls hingegen
bieten nur bedingten Schutz, da sie umgangen oder unbemerkt deaktiviert
werden können, allerdings erfordert dies erheblich mehr Aufwand,
als auf einen völlig ungeschützten Computer zu gelangen.
Betroffen sind vor allem Nutzer von Microsoft Windows, andere Betriebssysteme
wie Mac Os X sind von Hause aus besser geschützt.
Unter anderem wegen dieser Sicherheitsproblematik empfiehlt unser
Herausgeber Oberberg Online seinen 4dsl - Kunden auch nur ganz bestimmte
Router, und nur diese werden unterstützt. "Mit dem Cisco
836 oder einem Netgear der 834-er Serie kommen auch Firewall und
weitere Sicherheitsfunktionen", verspricht Prokurist Dirk Zurawski.
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